In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) fasst das Konzept des „Shen“ die mentalen, emotionalen und kognitiven Funktionen zusammen. Affektive Schwankungen, stressinduzierte Erschöpfungssyndrome, Insomnie und psychosomatische Beschwerden werden klinisch als Störungen des Shen klassifiziert.
Dieser Workshop vermittelt die systematische Befunderhebung und differenzialdiagnostische Einordnung bei emotionalen und vegetativen Dysbalancen. Die Teilnehmenden erlernen die klinische Evaluation des Shen-Status durch gezielte Inspektion und Anamnese, korreliert mit den entsprechenden Puls- und Zungen Befunden. Ziel ist es, die zugrundeliegenden pathologischen Muster objektiv zu erfassen.
Die Intervention zielt darauf ab, über afferente somatosensorische Reize regulierend auf das vegetative Nervensystem und limbische Strukturen einzuwirken. Dies führt zu einer messbaren Reduktion des Sympathikotonus, einer Förderung der Parasympathikusaktivität und somit zur Wiederherstellung der affektiven Homöostase. Die Teilnehmenden üben die Erstellung fundierter, befundorientierter Punktkombinationen zur gezielten Behandlung von innerer Unruhe, depressiven Verstimmungen und Angstzuständen im klinischen Praxisalltag.